„A Study of Dolls“ –
eine alte und immer noch
inspirierende Puppenstudie

Der zu seiner Zeit renommierte Psychologe G. Stanley Hall führte zusammen mit seinem Kollegen A. Caswell Ellis in den Jahren 1896/1897 eine Studie zum Thema Puppen durch:

 

„A Study of Dolls“.

 

Die beiden Forscher hatten damals Fragebögen an Eltern, Lehrer, Student(innen) und Kinder geschickt – und ihnen Fragen über das kindliche Spiel mit Puppen gestellt. Aus 1227 Rückantworten destillierten die Psychologen Beschreibungen und wörtliche Zitate – und ermöglichten somit berührende und faszinierende Einblicke in kindliche Erlebens- und Verhaltensweisen.

 

Wie Kinder ihre Puppen loben oder strafen, welche Namen sie ihnen geben, wie sie sie füttern und pflegen, mit ihnen Geburtstage oder Puppenhochzeiten feiern, ja sogar, wie sie sie beerdigen – all das Verhalten wird von den Kindern gezeigt und ist von den beiden amerikanischen Psychologen am Ende des 19. Jahrhundert aufgezeichnet worden.

 

Hall und Ellis zogen in ihrer Puppenuntersuchung von 1897 zahlreiche Schlüsse über kindliche Entwicklungsaspekte und gewannen spieltheoretische und spielpädagogische Erkenntnisse darüber, was das Spiel mit Puppen für die Entwicklung von Kindern bedeuten kann.

 

Die Studie geriet allmählich in Vergessenheit und wurde von Insa Fooken, Professorin für Entwicklungspsychologie an der Universität Siegen, wiederentdeckt, als sie auf der Suche nach Studien und wissenschaftlichen Arbeiten über die Bedeutung von Puppen war.

 

Die Forscherin und Psychologin kooperiert seit 2008 mit der Stiftung „CHANCEN FÜR KINDER DURCH SPIELEN“ und so wurde gemeinsam beschlossen, „A Study of Dolls“ ins Deutsche zu übersetzen. Die Stiftung ließ das kleine braune Büchlein von 1897 als Faksimile auflegen, Prof. Dr. Insa Fooken übersetzte gemeinsam mit Dr. Robin Lohmann die Puppenuntersuchung von Hall und Ellis ins Deutsche – unter Beibehaltung des ursprünglichen Sprach-Charmes, der den Text vom Ende des 19. Jahrhunderts charakterisiert.